17 November 2015

[Autoreninterview] Nadine d’Arachart und Sarah Wedler

Watcher - Ewige Jugend

England, wie es die Großväter unserer Großväter einmal kannten, gibt es nicht mehr. Übrig geblieben ist eine einzige Stadt, umgeben von hohen Mauern, die es von dem abtrennen, was da draußen ist. Dem Niemandsland. Sie beherbergt die Reichen, die Glück gehabt haben, die Armen, denen nichts mehr bleibt, und die ewig jung Bleibenden, wie Jolette und Cy. Sie gehören nicht zu den Glücklichen, nicht zu den Unglücklichen, und auch nicht zu den Todgeweihten aus dem Niemandsland. Sie sind die Watcher. Ihre alleinige Aufgabe ist es, das Einzige, das alle am Leben erhalten könnte, vor den Todgeweihten zu schützen und jegliche menschliche Emotion dabei abzuschalten. Sie führen ein perfektes Leben. Bis sich Jolette und Cy eines Tages begegnen… Dies ist der erste Band der Niemandsland-Trilogie.



Biografie:

© artfotos Martin Urner
Nadine d’Arachart und Sarah Wedler, geboren 1985 und 1986 in Hattingen, schreiben seit fünfzehn Jahren gemeinsam. Bis vor kurzem waren es hauptsächlich Krimis und Thriller sowie Kurzgeschichten und Drehbuchideen, für welche die Autorinnen zahlreiche Preise erhielten. Einer ihrer Romane wird derzeitig fürs ZDF verfilmt. Nachdem sie bereits als Kinder an einer fantastischen Geschichte schrieben, war die Niemandslandtrilogie ihre erste Veröffentlichung im Bereich der All Age Fantasy.






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Ab wann war euch bewusst, dass ihr Autorinnen werden wollt? Was hat euch dazu bewegt gemeinsam zu schreiben? Und gibt es auch mal Meinungsverschiedenheit? 

Nadine: Mit 12 haben wir das erste Mal zusammen ein „Buch“ geschrieben. Es war die Fortsetzung von unserem gemeinsamen Lieblings-Fantasyroman und hatte unglaubliche 30 Seiten

Sarah: Da hat uns die Schreiblust irgendwie schon gepackt. Wir schreiben seitdem gemeinsam an einer Geschichte, die bereits mehrere hundert Notizbücher füllt – auch wenn sich das immer niemand richtig vorstellen kann. Diese Geschichte ist aber nichts für die Öffentlichkeit, sondern … Ich kann das schlecht erklären. Ich glaube, es entspannt uns, wenn wir neben dem „normalen“ Schreiben einfach drauf los schreiben können, ohne Plot und irgendwelche Richtlinien. 

Nadine: Und zu der Sache mit dem Streit: Oh ja. Da können schon mal ganz schön die Fetzen fliegen, mit Tränen, Türenknallen und allem drum und dran.

Gibt es in euren Bücher Parallelen zu eigenen Erfahrungen, die euch dazu inspiriert haben? Bzw. woher nehmt ihr eure Inspriation? 

Nadine: Mir kommen ganz viele Ideen im Schlaf. Ich kann mich aber auch hinsetzen und gezielt nachdenken – da fällt mir auch eine Menge ein

Sarah: Ich lass mich eher von Liedern, Filmsequenzen oder Alltagssituationen inspirieren.

Wie entstanden und entwickelten sich die Protagonisten? 

Sarah: Wenn man Glück hat, entwickeln sie sich beim Schreiben ganz alleine. Das ist immer der beste Moment, wenn sich ein Prota plötzlich selbstständig macht und damit die ganze Handlung umschmeißt.

Habt ihr ein Lieblingsprotagonist? 

Nadine: Nicht wirklich. Ich glaube, man liebt die Protas immer am meisten, bei denen man gerade schreibt.

Sarah: Ich mag irgendwie immer die Bösewichte gerne.

Gab es während des Schreibprozesses Blockaden, wechselt ihr euch ab, oder wie darf man sich das vorstellen? 

Nadine: Wir plotten zusammen und teilen dann meistens nach Kapiteln auf. Manchmal teilen wir auch die Charaktere auf, das kommt aber eher selten vor.

Sarah: Und dann arbeiten wir über die Kapitel der anderen noch mal drüber.

Gibt es einen Lieblingsort an dem ihr schreibt?

Nadine: Nee, es gibt aber einen Un-Lieblingsort: Ich kann überhaupt nicht am Schreibtisch schreiben.

Sarah: Ich schreibe am liebsten da, wo ich Ruhe habe.

Wie wichtig ist euch das Cover eines Buches? 

Nadine: Total wichtig. Wir sind beide absolute Cover-Käufer. Wenn uns ein Cover nicht anspricht, nehmen wir das Buch auch nicht in die Hand. Dabei gehen uns sicher jede Menge tolle Stories durch die Lappen.

Was bedeutet Lesen für euch? 

Sarah: Lesen ist leider ziemlich in den Hintergrund getreten. Wir lektorieren beruflich und wenn wir nicht gerade Lektoratsbücher lesen, dann schreiben wir meistens selbst.

Nadine: Nur im Urlaub wird dann ein Roman nach dem anderen verschlungen.

Welches Buch habt ihr zuletzt gelesen? 

Nadine: Ich lese gerade „Eisige Schwestern“ und davor habe ich „Der Fünf-Minuten-Killer“ gelesen.

Sarah: Ich lese gerade von Richard Laymon „Das Treffen“ und habe davor ebenfalls den Fünf-Minuten-Killer gelesen.

Wie sieht euer Alltag aus? Habt ihr Kinder? 

Nadine: Ich habe keine Kinder, aber schon sehr lange einen Freund, mit dem ich auch zusammen lebe. Ich schreibe und lektoriere meistens, bis er von der Arbeit kommt, und dann unternehmen wir was gemeinsam. Abends, wenn er schläft, setz ich mich dann noch mal an den Laptop.

Sarah: Bei mir sieht‘s ähnlich aus. Die Schreiberei dominiert eben alles 11.

Was sind eure Hobbys und Interessen?

Sarah: Neben dem Schreiben? Ich liebe Musik, Kino und gehe gerne zum Sport.

Nadine: Ich bin auch ein absoluter Filmfreak, gehe supergerne shoppen und tanzen. Außerdem mache ich mit Sarah zusammen ziemlich viel Sport als Ausgleich für die Sitzerei am Laptop.

Was ist eure Lebensphilosophie?

Nadine: Ich glaube, da haben wir sogar eine gemeinsame. Die stammt aber aus einer eher ungewöhnlichen Quelle: Zombieland!

Sarah: Ja, das ist ein Film, den wir sehr mochten! Und darin gibt es ja Regeln für das Überleben nach der Zombie-Apokalypse. Nummer 32 lautet: „Enjoy the little things“ Ist doch eigentlich eine gute Lebensphilosophie, auch wenn bei uns noch der Zusatz „but dream big!“ dazugekommen ist

Habt ihr schon das nächste Projekt im Kopf?

Nadine: Leider nicht nur eins. Im Moment warten sieben Ideen auf die Umsetzung – aber die Zeit ist leider so knapp und es kommen immer neue Ideen dazu, sodass wir wahrscheinlich niemals alle zu Papier bringen werden.

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