30 August 2016

[Blogtour] zu "Kleopatra im Aquarium" Tag 5: Autoreninterview





Herzlich Willkommen zum letzten Tag unserer Blogtour.

Heute darf ich euch die Autorin vorstellen :) Viel Spaß.


Beschreibe dich bitte selbst mit 5 Worten.

Oje, das kann ich nicht. Das waren fünf, oder? Aber ernsthaft, das müssen andere für mich übernehmen. Ich sehe mich ja nur aus einer sehr subjektiven Perspektive.

Ab wann war dir bewusst, dass du Autorin werden wolltest? Was hat dich dazu bewegt?

Ich schreibe Geschichten, seit ich schreiben kann. Also seit der ersten Klasse oder so. Damals waren sie noch eher kurz und krakelig. In der Oberschule habe ich dann mit dem Pathos einer 13-Jährigen dramatische Liebesgeschichten geschrieben. Dann gab es ein Schlüsselmoment in dem meine Schulfreundinnen sich eine dieser Tragödien (mit Heldentod und allem drum und dran) laut im Bus vorgelesen und sich dabei kaputt gelacht haben. Das ist natürlich nicht die Reaktion, die man sich auf eine Tragödie erhofft. Daher habe ich dann aus Trotz beschlossen, lieber lustige Geschichten zu schreiben. Dann wäre es wenigstens gewollt, wenn alle lachen. Aber ja, die kurze Antwort ist: Es gibt wenig in meinem Leben, das so konstant ist und war, wie meine Schreiberei. Die hat es schon immer gegeben.

Widmest du dich voll und ganz dem Schreiben oder hast du auch noch einen Brotjob?

Ich hatte schon viele Brotjobs neben dem Schreiben. Unter anderem habe ich etwa zwei Jahre lang in einer Marketing-Agentur gearbeitet. Da habe ich sicher einige Ideen für das Agentur-Setting in Kleopatra im Aquarium mitgenommen. Inzwischen bin ich ja nebenbei noch Vollzeit-Germanistin, schreibe meine Dissertation und unterrichte an der Uni.

Gibt es in deinem Buch Parallelen zu eigenen Erfahrungen, die dich dazu inspiriert haben? Bzw. woher nimmst du deine Inspiration?

Das Buch ist fiktiv. Ich bin weder Halb-Italienerin (meine Mutter kommt aus der Nähe von Aachen), noch unfruchtbar. Durch die Ich-Perspektive klingt das Buch oft so, als würde ich aus dem Nähkästchen plaudern. Tatsächlich habe ich für viele Szenen aber viel recherchiert und mit Freunden, Bekannten, Spezialisten gesprochen. Die medizinische Diagnose beispielsweise entstand im Dialog mit einer Endokrinologin, die sowohl Medizin as auch Psychologie studiert hat. Für den Alltag in einer deutsch-italienischen Familie haben viele Gespräche mit Freunden Pate gestanden.
Ich verstehe das Buch auch weniger als Ratgeber in Sachen Unfruchtbarkeit (das könnte ich ja gar nicht leisten) denn als Quarterlife-Crisis Geschichte. Inspiriert hat mich ein Punkt in meinem Leben, an dem ich darüber nachgedacht habe, ob der Weg, den ich eingeschlagen habe, mich dahin führt, wo ich hin will und wo dieser abstrakte Ort eigentlich sein könnte. Und was wäre nun, wenn dieser ganze mit der heißen Nadel gestrickte Lebensplan auseinanderfallen würde und man sich neu erfinden müsste? Wie würde man das anstellen?

Wie entstand und entwickelte sich Mona?

Ich habe ja wie gesagt eine Weile in einer Marketing-Agentur gearbeitet. Allerdings habe ich ganz andere Erfahrungen gemacht als Mona. Wenn ich morgens aus der Bahn vom Handy aus Emails beantwortet habe, kam von meiner Chefin oft zurück: „Du arbeitest noch nicht!“ Aber ich habe dabei natürlich auch mitbekommen, wie es in anderen Agenturen so läuft und das hat das Setting von Kleopatra beeinflusst. Mona ist eine frustrierte junge Frau, die sich mit gesellschaftlichen und familiären Erwartungen konfrontiert sieht, darüber, welche Ziele sie verfolgen sollte und die sich schließlich fragt, welche Ziele sie eigentlich verfolgen möchte. Das ist, denke ich, eine Situation, die vielen bekannt vorkommen wird.

Wie viel Mona steckt in dir selbst?

Nur ein bisschen. Wir sind in vielen Punkten recht verschieden. Manchmal machen wir uns ähnliche Gedanken, aber manchmal auch ganz andere. Anders als Mona mache ich beispielsweise sehr gern Yoga uns sehe wenig fern. Und ich mag weder Pizza noch Eis besonders gern. Wir sehen uns auch gar nicht ähnlich. Mona ist eine eigenständige Figur, die manchmal über Dinge nachdenkt, über die ich auch schon nachgedacht habe. Und wir trinken beide gern Weißwein.

Gab es während des Schreibprozesses Blockaden?

Klar. Wenn man nicht mehr weiter weiß, muss man einfach mal raus und was erleben, und irgendwann kommen die Ideen dann. Ein wichtiger Teil des Schreibprozesses besteht im Zuhören. Ansonsten ist Schreiben ein bisschen wie Kochen: Man hat einen groben Plan und ein paar Zutaten und die wirft man dann zusammen, schreibt etwas Halbgares auf und schreibt es 100 mal neu, bis es gut durch ist.

Gibt es einen Lieblingsort an dem du schreibst?

Ich schreibe gern in Bibliotheken. Das klingt jetzt furchtbar langweilig, aber ich mag die Ruhe von Bibliotheken und die Konzentration um mich herum. Manchmal schreibe ich auch in Cafés, in der S-Bahn oder auf der Couch, aber der Großteil des Buches ist tatsächlich in einer Bibliothek entstanden. Ideen entwickelt man ja überall, vor allem draußen, während man Dinge erlebt. Der eigentliche Schreibprozess erfordert dann aber schon auch Arbeit und Disziplin und das geht für mich am besten in Bibliotheken.

Was bedeutet Lesen für dich?

Die Welt durch die Augen einer anderen Person zu sehen. Manche Menschen nehmen ja gern Drogen, um ihre Wahrnehmung zu verändern und sich bewusst zu machen, wie willkürlich diese eigentlich ist. Man kann aber auch einfach Bücher lesen, das hat den gleichen Effekt.

Hast du schlechte Angewohnheiten?

Ja, ich bin Perfektionistin. Das ist doch ein Vorstellungsgespräch, oder?

Was sind deine Hobbys und Interessen?

Akrobatisches Partneryoga, Flashmobs mit Essen und Tanzen ohne Schuhe. Außerdem backe ich gern vegane Muffins. Ich bin zwar eigentlich nur Vegetarierin, aber ich liebe Herausforderungen.

Was ist deine Lebensphilosophie?

Es gibt in dem Roman eine Stelle an der Mona sich auf einer Online-Dating-Plattform mit der Frage „Was ist der Sinn des Lebens?“ konfrontiert sieht. Diese Frage erinnert mich ein wenig daran. Mona antwortet dann mit etwas Ironie „Neue Erfahrungen“. Ich denke aber, dass der Sinn des Lebens blaue Vergissmeinnicht auf dem Tempelhofer Feld sind.


Hast du schon das nächste Projekt im Kopf? Wenn ja, verrätst du uns ein bisschen was?

Ja, ein Projekt im Kopf gibt es. Viel möchte ich dazu noch nicht sagen, aber es wird wohl eine Art Roadmovie-Roman werden, in dem ein Tisch mit Stühlen eine zentrale Rolle spielt.


Film oder Buch? 
Beides. Aber ich sag jetzt mal Buch.

Print oder Ebook?
Print. Ich mag das Gefühl und den Geruch von Papierbüchern und ich stelle sie mir gern ins Regal, sehe sie mir an und erinnere mich ans Lesen. Ich habe einen Tote-Bäume-Fetisch.

Schokolade oder Chips? 
Chips. Ich bin einer der wenigen Menschen, die Schokolade nicht so mögen.

Kaffee oder Tee? 
Kaffee. Viel davon, bitte.

Wein oder Bier? 
Weißwein.

Sommer, Herbst, Frühling oder Winter? 
Alle.

Hund oder Katze? 
Katze.
____________________________________________________________________


Ihr seid neugierig geworden und würdet gerne selbst das Buch in den Händen halten und lesen? Kein Problem.

Wir verlosen für euch ein paar Ausgaben von „Kleopatra im Aquarium“:

1x signiertes Taschenbuch
1x Taschenbuch
2x eBooks im Wunschformat

Verratet mir doch einfach in einem Kommentar, was ihr nach dem Interview von der Autorin denkt und schon seid ihr im Lostopf.

Teilnahmebedingungen (bitte klicken)
Das Gewinnspiel endet am 30.8.2016 um 23:59 Uhr.

____________________________________________________________________

Blogtour Fahrplan:

26.8.: Buchvorstellung bei Sabrina
27.8.: Unfruchtbarkeit & der Umgang damit bei Janine 
28.8.: Zusammenbleiben aus Gewohnheit bei Marie
29.8.:Lebenskrise… und plötzlich ist alles falsch bei Jaqueline 
30.8.: Interview bei mir
31.8.: Gewinnerbekanntgabe auf allen Blogs

Kommentare:

  1. Hallo,

    danke für den Beitrag... ich finde die Autorin klingt sehr sympathisch und nett und das Interview hat mich noch neugierig gemacht :D

    LG

    AntwortenLöschen
  2. Hallo,
    die Autorin wirkt auf mich sehr sympathisch und gerade, dass sie das Buch in einer Bibliothek geschrieben hat, macht mich jetzt noch neugieriger darauf.

    AntwortenLöschen
  3. Hallo,
    die Autorin klingt sehr nett und die Bilder machen sie noch sympathischer.

    AntwortenLöschen
  4. Hi,
    die Autorin wirkt sehr sympathisch und sind wir mal ehrlich, wer mag schon Hunde und Tee ;-)

    Roadmovie klingt suspekt, gerade wenn man an einen Tisch und einen Stuhl denk.

    Warum der Fisch auf dem Deckblatt ist, ist mir aber noch nicht klar.

    LG

    AntwortenLöschen

LinkWithin

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...